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07. April 2020

Angestellte des RAW Schweinfurt nähen jetzt Mundmasken

Mit systemrelevanten Arbeiten Signale setzen


Aus der Not eine Tugend machen: Trotz Ausstellung aller Mitarbeiter mit Beeinträchtigung aufgrund der Conora-Pandemie läuft die Produktion in der Schneiderei des Reha- und Arbeitswerks (RAW) Schweinfurt weiter. Schneidermeister und Gruppenleiter Jan Niklas Ockert näht nun mit einem Team aus Personalangestellten bis zu 230 Mundmasken pro Tag als Beitrag zur Corona-Prävention.

Aus der Not eine Tugend machen: Trotz Ausstellung aller Mitarbeiter mit Beeinträchtigung aufgrund der Conora-Pandemie läuft die Produktion in der Schneiderei des Reha- und Arbeitswerks (RAW) Schweinfurt weiter. Schneidermeister und Gruppenleiter Jan Niklas Ockert näht nun mit einem Team aus Personalangestellten bis zu 230 Mundmasken pro Tag als Beitrag zur Corona-Prävention.

Übung macht den Meister: Das exakte Faltennähen bei der Produktion der Mundmaske ist nicht ohne. Gruppenhelferin Katharina Weissenberger ist näherfahren und meistert es mit Bravour und in kürzester Zeit. Dieter Eckoff, stellvertretender Werkstattleiter, steht voll hinter der Idee, mit systemrelevanten Arbeiten wie das Nähen von Mundmasken die Werkstatt am Laufen zu halten. Unterstützt wird er dabei von Personalangestellten aus „schneidereifremden“ Abteilungen.

Übung macht den Meister: Das exakte Faltennähen bei der Produktion der Mundmaske ist nicht ohne. Gruppenhelferin Katharina Weissenberger ist näherfahren und meistert es mit Bravour und in kürzester Zeit. Dieter Eckoff, stellvertretender Werkstattleiter, steht voll hinter der Idee, mit systemrelevanten Arbeiten wie das Nähen von Mundmasken die Werkstatt am Laufen zu halten. Unterstützt wird er dabei von Personalangestellten aus „schneidereifremden“ Abteilungen.

Ein gutes Teamgefühl: Bei Engpässen in der aktuellen Herstellung von Mundmasken packt auch mal Werkstattleiter Jürgen Hergenröder mit an, was den Teamgeist fördert. Auch Gruppenhelferin Katharina Weissenberger freut sich über diese Unterstützung.

Ein gutes Teamgefühl: Bei Engpässen in der aktuellen Herstellung von Mundmasken packt auch mal Werkstattleiter Jürgen Hergenröder mit an, was den Teamgeist fördert. Auch Gruppenhelferin Katharina Weissenberger freut sich über diese tatkräftige Unterstützung.

In der Schneiderei des Reha- und Arbeitswerks (RAW) Schweinfurt, einer Werkstatt der Lebenshilfe Schweinfurt, laufen die Maschinen trotz Werkschließung und Ausstellung aller Mitarbeiter mit Beeinträchtigung aufgrund der Corona-Pandemie auf Hochtouren. Stoffballen türmen sich an der Zuschneidemaschine und Nähmaschinen rattern um die Wette. Wo sonst Mitarbeiter mit psychischem Handicap Smartphone-Hüllen, Traubenkernkissen und Filztaschen nähen, sind nun Personalangestellte am Werk und produzieren unter Anleitung des Schneidermeisters Jan Niklas Ockert Mundmasken für die Lebenshilfe-Wohnheime in Schweinfurt, Hammelburg und Fuchsstadt. Auch für den Schweinfurter Katastrophenschutz, die GDW (Genossenschaft der Werkstätten für behinderte Menschen) mit Sitz in Kassel und weitere kleine regionale Firmen werden aktuell Mundmasken geschneidert. "Insgesamt", so Werkstattleiter Jürgen Hergenröder, "belaufen sich die Aufträge auf 8000 Masken und täglich kommen neue Anfragen hinzu."

 

"Die Idee war recht schnell geboren", meint Dieter Eckoff, stellvertretender Werkstattleiter. Mit der Ausbreitung des Coronavirus stieg die Nachfrage nach Mundmasken rasant an und auch die RAW-Schneiderei erhielt mehr und mehr Anfragen. "Mit unserem gut aufgestellten Maschinenpark, Know-how und gut bestücktem Materiallager ließ sich die Idee dann zügig in die Tat umsetzen", meint Hergenröder, zudem er auf ein motiviertes Personal mit der Bereitschaft zu "Alternativarbeit" zählen konnte. 230 Masken pro Tag schaffe das achtköpfige Team bereits, unter dem sich auch Mitarbeiter aus dem sozialpädagogischen Bereich, der Verwaltung, der Cafeteria oder der Industriemontage befinden. Von Einwegmasken bis hin zu Mehrwegmasken, die bei 60 Grad gewaschen werden können, reicht das Repertoire. Es werden dabei verschiedene Baumwoll- und Polyesterstoffe und zum Teil medizinische Stoffe verarbeitet, die dann allerdings der Auftraggeber mitliefern muss. Nicht zu verwechseln sind die im RAW produzierten Mundmasken mit den Mund-Nasen-Schutzmasken, sogenannten OP-Masken, oder den FFP-Masken. Die in der RAW-Schneiderei produzierten Masken verringern zwar das Risiko, dass Personen ihr Umfeld mit ausgeatmeten Tröpfchen kontaminieren, bieten aber keinen ausreichenden Virenschutz für den Träger selbst.

 

"Systemrelevante Arbeiten für die Helden aus den systemrelevanten Berufen verrichten", da sind sich Einrichtungsleiter, Schneidermeister und "angelernte" Schneidereimitarbeiter einig, ist eine tolle Sache. Außerdem kommen die Gewinne aus der Maskenproduktion 1-zu-1 den Mitarbeitern mit Beeinträchtigung des RAW zugute, wobei ein Teil dabei die Sicherstellung der Löhne der Mitarbeiter gewährleiste, wie Hergenröder informiert.

 

Neben der Mundmaskenproduktion wird auch in anderen Bereichen des RAW "systemrelevant" weitergearbeitet, wie zum Beispiel in der Industriemontage, wo Personalangestellte medizinisch notwendige Dialyseschläuche für Dialysegeräte bestücken und montieren. Weiter unterstützen die RAW-Angestellten das Betreuungspersonal in den Lebenshilfe-Wohnheimen oder sie bestücken Regale im Schweinfurter CAP-Markt, einem Integrationsbetrieb des Markt- und Service-Integrationsunternehmen, das die Lebensmittelversorgung am Deutschhof sichert.

 

"Ich bin stolz auf mein Team", gibt Hergenröder zu. Trotz Corona und der damit verbundenen Ausnahmesituation im RAW herrsche ein gutes Teamgefühl unter den Kollegen. Alle seien hochmotiviert und rücken zusammen und wo es sein muss auseinander.

 

Als Arbeitgeber bietet das RAW Schweinfurt 130 Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen die Möglichkeit, am Arbeitsleben teilzuhaben. Sie sind, unterstützt von rund 40 Personalangestellten, in unterschiedlichen Fertigungs- und Dienstleistungsfeldern tätig. Für industrielle, gewerbliche, kommunale und private Auftraggeber ist das RAW Schweinfurt ein verlässlicher Partner. Die Lohnarbeiten, Dienstleistungen und Eigenprodukte der Werkstatt, die nach ISO 9001 zertifiziert ist, genügen höchsten Ansprüchen an Qualität und Zuverlässigkeit.

 

Anfragen zu Mundmasken nimmt das RAW Schweinfurt gerne entgegen. Mit Wartezeiten ist allerdings zu rechnen. Kontakt: Reha- und Arbeitswerk (RAW) Schweinfurt, Tel. 09721 47331-100, E-Mail: raw.se@lh-sw.de