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21. Oktober 2019

40 Jahre und kein bisschen leise

Blaskapelle der Augsfelder Lebenshilfe-Werkstatt feiert runden Geburtstag


Anton Schobert in seinem Element: 1979 hat der ehemalige Konrektor des Förderzentrums Sylbach die Blaskapelle der Augsfelder Lebenshilfe-Werkstatt gegründet und den Marsch "Behinderte Kinder grüßen" komponiert. Den dirigiert er auch zur Eröffnung der Feierlichkeiten zum 40-jährigen Bestehen der Blechkombo.

Anton Schobert in seinem Element: 1979 hat der ehemalige Konrektor des Förderzentrums Sylbach die Blaskapelle der Augsfelder Lebenshilfe-Werkstatt gegründet und den Marsch "Behinderte Kinder grüßen" komponiert. Den dirigiert er auch zur Eröffnung der Feierlichkeiten zum 40-jährigen Bestehen der Blechkombo.

Ausgezeichnet: Manfred Ländner und Peter Detsch, der Präsident und der Haßberger Kreisvorsitzende des Nordbayerischen Musikbundes, ehren die Musiker der Blaskapelle Augsfeld für ihr jahrelanges Engagement.

Ausgezeichnet: Manfred Ländner und Peter Detsch, der Präsident und der Haßberger Kreisvorsitzende des Nordbayerischen Musikbundes, ehren die Musiker der Blaskapelle Augsfeld für ihr jahrelanges Engagement.

Sie kennt die Augsfelder Blasmusiker schon lange: 2009 freute sich Barbara Stamm, die Vorsitzende der Lebenshilfe Bayern, über ein Geburtstagsständchen von ihnen. 2019 würdigt sie die Blaskapelle als „festen Bestandteil der Region“.

Sie kennt die Augsfelder Blasmusiker schon lange: 2009 freute sich Barbara Stamm, die Vorsitzende der Lebenshilfe Bayern, über ein Geburtstagsständchen von ihnen. 2019 würdigt sie die Blaskapelle als „festen Bestandteil der Region“.

Großes Finale: Viele der Musiker mit Behinderung aus der Blaskapelle der Werkstatt Augsfeld spielen auch in den Kapellen ihrer heimischen Musikvereine. Die ließen es sich nicht nehmen, zum runden Geburtstag der Augsfelder diverse Delegationen zu entsenden. Alle zusammen spielen auf der Bühne im Speisesaal der Werkstatt den Frankenlied-Marsch und der ganze Saal singt mit.

Großes Finale: Viele der Musiker mit Behinderung aus der Blaskapelle der Werkstatt Augsfeld spielen auch in den Kapellen ihrer heimischen Musikvereine. Die ließen es sich nicht nehmen, zum runden Geburtstag der Augsfelder diverse Delegationen zu entsenden. Alle zusammen spielen auf der Bühne im Speisesaal der Werkstatt den Frankenlied-Marsch und der ganze Saal singt mit.

Manche der Musiker kennen ihn seit 40 Jahren. Er hat ihnen Musikunterricht gegeben, das Notenlesen beigebracht und ist mit ihnen für ihre Auftritte quer durch Deutschland und Europa gereist. Und noch immer reagieren die Musiker der Blaskapelle der Werkstatt für behinderte Menschen Augsfeld auf Anton Schoberts schneidige Dirigentenanweisungen prompt: Ein Wink von ihm, Blech klappert, innerhalb eines Augenblicks halten sie ihre Instrumente im Anschlag. Am Sonntag hat der ehemalige Konrektor des Förderzentrums Sylbach die Feier zum 40-jährigen Bestehen der Blaskapelle mit dem Marsch "Behinderte Kinder grüßen" eröffnet. Den hatte Schobert, selbst Tubaspieler, zusammen mit seinem Mentor, Alois Jonetzko, komponiert, nachdem er die Blaskapelle 1979 mit Schülern des Sylbacher Förderzentrums der Lebenshilfe Haßberge gegründet hatte. Mittlerweile zählt die Gruppe 15 Musiker mit Behinderung und ist Teil der zur Lebenshilfe Schweinfurt gehörenden Werkstatt Augsfeld.

 

Wein-, Weihnachts- und Straßenfeste, Gottesdienste, Einweihungen, Geburtstagsfeiern, Hochzeiten, Festumzüge: In der Region ist die Blechkombo bekannt und gerne gebucht. Entsprechend lang war die Liste der Gratulanten, die sich an diesem Abend im Speisesaal der Werkstatt Augsfeld einfanden. Unter anderem Barbara Stamm, die Vorsitzende der Lebenshilfe Bayern, Wilhelm Schneider, der Landrat des Landkreises Haßberge, Manfred Ländner, der Präsident des Nordbayerischen Musikbunds, Haßfurts Bürgermeister, Günther Werner, und Dr. Horst Golüke, der Vorsitzende der Lebenshilfe Schweinfurt, beglückwünschten die Musiker zu ihrem außergewöhnlichen Wirken. Dieses hatte sie 1997 sogar nach Rom geführt, wo sie auf dem Petersplatz spielten und anschließend von Papst Johannes Paul II. zu einer Audienz empfangen wurden. 2013 hatten sie einen Auftritt vor dem damaligen bayerischen Ministerpräsidenten, Horst Seehofer, 2009 brachten sie Barbara Stamm, zu dieser Zeit Präsidentin des Bayerischen Landtags, ein Geburtstagsständchen.

 

"Das war wunderschön", erinnerte sich Stamm in ihrer Festrede daran. Sie betonte, wie die Blaskapelle Augsfeld das Leben von Menschen mit und ohne Behinderung gleichermaßen bereichere. "Wenn man Freude bereitet", so Stamm, "weiß man, dass man gebraucht wird." Landrat Schneider nannte die Gruppe "ein Paradebeispiel für gelebte Inklusion", Bürgermeister Werner die Musiker "die musikalischen Botschafter unserer Stadt und unseres Landkreises". Dr. Horst Golüke sprach angesichts von jährlich 10 bis 15 Auftritten von einer "wahrhaften Erfolgsgeschichte" und erinnerte an das Engagement aller Beteiligten, das diese Geschichte bis heute fortschreibe.

 

Der Dirigentenstab ist von Anton Schobert über Otmar Kaiser mittlerweile an Tobias Trunk übergegangen. Seit knapp zehn Jahren gibt der Gruppenleiter der Werkstatt Augsfeld der Blaskapelle den Takt vor. Konrad Schneider, Vorstandsmitglied der Lebenshilfe Schweinfurt, unterstützt ihn als Stellvertreter und kümmert sich um die Ausbildung des Nachwuchses. Die 15 Musiker, so Trunk, freuten sich auf jeden Auftritt und seien stolz, dabei ihr Können zu zeigen. Und: "Sie erfahren, dass jeder Einzelne wichtig ist, um zusammen einen guten Klang zu erzeugen." Mit einem guten Klang endete dann auch der Festabend: Viele der Musiker mit Behinderung spielen nicht nur in der Blaskapelle der Werkstatt Augsfeld, sondern auch in den Kapellen ihrer heimischen Musikvereine. Die ließen es sich nicht nehmen, zum runden Geburtstag der Augsfelder diverse Delegationen zu entsenden. So füllte sich die Bühne am Ende mit zahlreichen Musikanten verschiedener Kapellen. Alle zusammen spielten den Frankenlied-Marsch und der ganze Saal sang mit.