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22. August 2019

Traumfänger als Brückenbauer

Nüdlinger Lebenshilfe-Werkstatt nimmt an Ferienprogramm der Gemeinde teil


Fürs Knotenbinden zuständig und mit Heißkleber zur Stelle: Isabelle Strauß (links) und Laura Wunderlich helfen in der Nüdlinger Lebenshilfe-Werkstatt den Kindern im Rahmen des Ferienprogramms der Gemeinde beim Basteln. Für die beiden Frauen eine tolle Erfahrung. Sie sind im Rehabilitations- und Arbeitswerk der Werkstatt beschäftigt.

Fürs Knotenbinden zuständig und mit Heißkleber zur Stelle: Isabelle Strauß (links) und Laura Wunderlich helfen in der Nüdlinger Lebenshilfe-Werkstatt den Kindern im Rahmen des Ferienprogramms der Gemeinde beim Basteln. Für die beiden Frauen eine tolle Erfahrung. Sie sind im Rehabilitations- und Arbeitswerk der Werkstatt beschäftigt.

Fast fertig: Ein Traumfänger soll, so sagt man, schlechte Träume in seinem Netz fangen. Zur Freude der Kinder hielt jeder am Ende des Bastelvormittags in der Nüdlinger Werkstatt seinen eigenen, individuell gestalteten Traumfänger in Händen.

Fast fertig: Ein Traumfänger soll, so sagt man, schlechte Träume in seinem Netz fangen. Zur Freude der Kinder hielt jeder am Ende des Bastelvormittags in der Nüdlinger Werkstatt seinen eigenen, individuell gestalteten Traumfänger in Händen.

"Mein Traumfänger gefällt mir sehr. Ich freue mich, den zu Hause aufzuhängen", verabschiedete sich einer der kleinen Teilnehmer bei den Bastelpaten aus der Nüdlinger Werkstatt. Zehn Kinder sind letzte Woche zu Gast in der zur Lebenshilfe Schweinfurt gehörenden Werkstatt für behinderte Menschen Nüdlingen gewesen. Sie alle hatten sich zum dreistündigen Ferienprogramm der Gemeinde Nüdlingen mit dem Thema "Wir basteln einen Traumfänger" angemeldet. Der Kurs fand in den Räumlichkeiten der Werkstatt statt und wurde von Anja Kirchner, Fachkraft für Gesundheitssport in der Nüdlinger Werkstatt, organisiert und geleitet. Laura Wunderlich und Isabelle Strauß unterstützen sie dabei. Die beiden Frauen sind in dem der Werkstatt angegliederten Rehabilitations- und Arbeitswerk (RAW) beschäftigt. Im RAW arbeiten Menschen, die aufgrund einer psychischen Beeinträchtigung nicht, noch nicht oder nicht mehr auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätig sein können.

 

"Kindern zu helfen und mit Kindern zu arbeiten, ist etwas Schönes, und dabei die Freude der Kinder zu beobachten, ist sehr angenehm", beschrieb Wunderlich ihre Eindrücke nach dem Kurs. Beim Bastelvormittag in der Werkstatt hatte jedes Kind die Möglichkeit, seinen eigenen Traumfänger nach eigenen Vorstellungen und mit den unterschiedlichsten Materialien zu kreieren. Ein wenig Hilfestellung war dennoch gefragt, und so freute sich auch Bastelpatin Strauß, dass ihre Unterstützung beim Gestalten des Traumfängers so gut ankam.

 

Arbeiten mit Kindern - vielleicht eine berufliche Perspektive für Wunderlich und Strauß? Neue Perspektiven für Werkstattmitarbeiter aufzuzeigen, sei nur einer der Gründe gewesen, weshalb man sich am Ferienprogramm der Gemeinde Nüdlingen beteiligt habe, erläuterte Sport-Fachkraft Anja Kirchner. Zusätzlich wolle man sich noch stärker mit der Gemeinde vernetzen und Teil des Gemeindelebens sein. Der Traumfänger jedenfalls wurde zum Brückenbauer und die Kinder lernten ganz nebenbei die Nüdlinger Werkstatt und einige ihrer Mitarbeiter mit Handicap in ungezwungener Atmosphäre kennen.

 

In der Nüdlinger Werkstatt, einer von sechs Werkstätten der Lebenshilfe Schweinfurt, arbeiten rund 260 Menschen mit Behinderung und 70 Angestellte. Angegliedert an die Werkstatt ist außer dem RAW noch eine Förderstätte mit zwölf Plätzen, in der mehrfachbehinderte Menschen betreut und gefördert werden.