Mitarbeiter der Sennfelder Lebenshilfe-Werkstatt machen Praktikum bei FRÄNKISCHE
„Manche waren von ihrer eigenen Leistung erstaunt, die sie unter Anleitung abrufen können“, erzählt Stefan Hömer. Hömer arbeitet als Bildungsbegleiter in der zur Lebenshilfe Schweinfurt gehörenden Werkstatt für behinderte Menschen Sennfeld. Als stellvertretender Leiter der Beruflichen Bildung der Lebenshilfe Schweinfurt ist er dort unter anderem im Berufsbildungsbereich (BBB) tätig. Der BBB bereitet Interessenten mit Behinderung auf eine Arbeit in der Werkstatt vor. Auch Praktika in Betrieben des ersten Arbeitsmarkts können Teil davon sein. Eine für alle Beteiligten mitunter spannende Herausforderung und oftmals Neuland. FRÄNKISCHE hat sich dieser Herausforderung kürzlich gestellt. Das global tätige Familienunternehmen aus dem unterfränkischen Königsberg begrüßte Ende letzten Jahres 11 BBB-Teilnehmer mit Behinderung in zwei Gruppen zu einem jeweils einwöchigen Praktikum in seinem Ausbildungszentrum. Und das Ergebnis davon kann sich sehen lassen.
Sägen, feilen, bohren, biegen, schneiden, drehen und mehr: Zusammen mit den FRÄNKISCHE-Azubis fertigte jeder BBB-Teilnehmer ein aus 20 Metall- und Kunststoffteilen bestehendes, rund 30 Zentimeter langes Modell eines Trikes, eines motoradähnlichen Dreirads. Teamwork und Inklusion standen dabei wie selbstverständlich an erster Stelle. Die FRÄNKISCHE-Azubis und die BBB-Teilnehmer starteten mit einer gemeinsamen Besprechung in den Arbeitstag, richteten ihre Arbeitsplätze ein, machten die Maschinen startklar, fertigten anhand technischer Zeichnungen zusammen die benötigten Werkstücke für ihr Trike, aßen miteinander zu Mittag und beendeten den Tag mit einer Abschlussrunde.
Günter Scheuring, Leiter der Sennfelder Lebenshilfe-Werkstatt, zeigt sich rückblickend von dem Praktikum begeistert. „Unsere BBB-Teilnehmer konnten hautnah miterleben, wie eine Ausbildung auf dem ersten Arbeitsmarkt stattfindet und dabei ihr Wissen und ihre Fähigkeiten erweitern“, sagt er. Den Anforderungen seien die BBB-Teilnehmer bestens gerecht geworden. Pünktlich und motiviert hätten sie jeden Tag im Ausbildungszentrum von FRÄNKISCHE angetreten und sich den Bedingungen dort gut angepasst. Beeindruckt hat Scheuring auch das Entgegenkommen von FRÄNKISCHE bei der Organisation des Praktikums. Ebenso das Engagement Bernhard Müllers, des Leiters der technischen Ausbildung, und die selbstverständliche, ungezwungene Zusammenarbeit der Azubis und der BBB-Teilnehmer. „Das war ein großes Miteinander.“ Eine Beobachtung, die Hömer teilt. Gespräche über Sport, Internet, Beziehungen und andere Freizeitinteressen: „Die Azubis von FRÄNKISCHE haben gemerkt, dass unsere Mitarbeiter nicht anders sind als sie selbst.“
Seit 2014 verbindet FRÄNKISCHE und die Werkstatt Sennfeld eine enge Partnerschaft. FRÄNKISCHE fertigt Rohre, Schächte und Systemkomponenten aus Kunststoff und Metall für unterschiedlichste Branchen. Teile davon werden in der Werkstatt Sennfeld konfektioniert und verpackt. Die Einrichtung ist die größte der sechs Werkstätten der Lebenshilfe Schweinfurt. Sie beschäftigt über 500 Mitarbeiter mit und ohne Handicap. Als Lohnfertiger bietet sie namhaften Industrieunternehmen eine breite Palette an Montage-, Verpackungs-, Zähl-, Maschinen- und Konfektionierungsarbeiten an.