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18. Februar 2016

Rhön-Grabfeld unterstützt "Mensch inklusive"

Kooperationspartner wollen Menschen mit Behinderung Türen zum allgemeinen Arbeitsmarkt öffnen


Neue Unterstützer für die Initiative "Mensch inklusive" der Lebenshilfe Schweinfurt (von links): Thomas Habermann, Landrat für den Landkreis Rhön-Grabfeld, Brunhilde Hergenhan, die Vorsitzende der Lebenshilfe Rhön-Grabfeld, und Klaus Klingert (rechts), Leiter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bad Neustadt, unterzeichnen mit Martin Groove, Geschäftsführer der Lebenshilfe Schweinfurt, eine Kooperationsvereinbarung.

Zuversichtlich, dass "Mensch inklusive" in der Region Erfolg hat: Allein schon wegen der Nähe zum Kloster Maria Bildhausen habe es im Landkreis Rhön-Grabfeld Tradition, dass sich Menschen mit und ohne Behinderung auf Augenhöhe begegneten, sagte Landrat Thomas Habermann.

Entlastung von Routineaufgaben: Peter Pratsch, Leiter der Initiative "Mensch inklusive" bei der Lebenshilfe Schweinfurt, erläuterte, dass Mitarbeiter mit Behinderung keine Konkurrenz für das Stammpersonal eines Unternehmens sind, sondern eine Unterstützung.

Großes Interesse an "Mensch inklusive": Rund 80 Gäste kamen zur Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung ins Kloster Wechterswinkel, darunter viele Bürgermeister und Behindertenbeauftragte aus der Region.

Die Zahl der Unterstützer von "Mensch inklusive" wächst weiter: Am Mittwoch hat die Lebenshilfe Schweinfurt neue Partner für die von ihr ins Leben gerufene Initiative dazugewonnen. Mit der Initiative sollen mehr Menschen mit Behinderung Beschäftigungsmöglichkeiten in Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarkts erhalten. Ein Ziel, das den Landkreis Rhön-Grabfeld, das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Bad Neustadt und die Lebenshilfe Rhön-Grabfeld überzeugt. Im Kloster Wechterswinkel unterzeichneten Vertreter eine Kooperationsvereinbarung mit der Lebenshilfe Schweinfurt, um "Mensch inklusive" in der Region zu einem Erfolg werden zu lassen.

 

Das Interesse an der feierlichen Unterzeichnung war groß. Rund 80 Gäste wohnten ihr bei, darunter zahlreiche Bürgermeister und Behindertenbeauftragte aus den umliegenden Gemeinden. "Wir hoffen sehr, dass wir nicht nur Ihre anfängliche Neugier geweckt haben, sondern auch nachhaltig auf Ihre Unterstützung zählen dürfen", sagte Dr. Horst Golüke, der Vorsitzende der Lebenshilfe Schweinfurt. Landrat Thomas Habermann zeigte sich zuversichtlich. Allein schon wegen der Nähe zum Kloster Maria Bildhausen habe es im Landkreis Rhön-Grabfeld Tradition, dass sich Menschen mit und ohne Behinderung auf Augenhöhe begegneten. "Dazu gehört auch", so Habermann, "dass Menschen mit Behinderung in reguläre Arbeitsverhältnisse kommen." Sein besonderer Dank galt allen anwesenden Arbeitgebern, die dies im Rahmen von "Mensch inklusive" bereits möglich machen.

 

Ein Dank, dem sich Brunhilde Hergenhan, die Vorsitzende der Lebenshilfe Rhön-Grabfeld, anschloss. "Mensch inklusive" erlaube es Betroffenen, zwischen einer Beschäftigung in einer Werkstatt für behinderte Menschen und einer in Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarkts zu wählen. Dies sei ein wichtiger Bestandteil eines selbstbestimmten Lebens. Klaus Klingert, Leiter des Bad Neustädter AELF, erläuterte die Vorteile von "Mensch inklusive" für die Soziale Landwirtschaft in der Region. Soziale Landwirtschaftsbetriebe sind Landwirtschaftsbetriebe, die ihre Kerntätigkeit, die Produktion von Nahrungsmitteln, mit einem sozialen Angebot verbinden. Dazu kann zum Beispiel gehören, Menschen mit Behinderung oder Menschen, die lange Zeit arbeitslos waren, zu beschäftigen.

 

"Bei 'Mensch inklusive' gibt es nur Gewinner", fasste Martin Groove, Geschäftsführer der Lebenshilfe Schweinfurt, die Vorteile der Initiative zusammen. Arbeitgeber fänden mit ihr hoch motivierte Arbeitnehmer, die ausgezeichnet zum Unternehmen passten. Arbeitnehmern mit Behinderung öffne sie Türen zum allgemeinen Arbeitsmarkt. Für die Zukunft, so Groove, mache es Sinn, mit der Initiative konzeptionell bereits an Schulen zu beginnen und nicht erst bei Erwachsenen, die ihre Schullaufbahn bereits beendet hätten.

 

Die 2014 ins Leben gerufene Initiative "Mensch inklusive" setzt bei den Fähigkeiten und Wünschen eines Menschen mit Behinderung an und gleicht diese mit den Erwartungen eines potenziellen Arbeitgebers ab. Hierfür nutzt "Mensch inklusive" den Sozialraum der beiden Parteien: Die Initiative sucht nach Schnittmengen im unmittelbaren Lebensumfeld eines potenziellen Arbeitgebers und eines Arbeitnehmers. Dann bringt sie die passenden Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusammen. Mitarbeiter von "Mensch inklusive" begleiten die beiden Parteien vom ersten Kennenlernen über die Einarbeitung bis hin zum Arbeitseinsatz kontinuierlich.

 

2014 hatten bereits der Landkreis Haßberge und die Allianz "Fachkräfte für Mainfranken" eine Kooperationsvereinbarung mit der Lebenshilfe Schweinfurt unterzeichnet, um "Mensch inklusive" zu unterstützen. 2015 hatten die Stadt und der Landkreis Schweinfurt als Kooperationspartner gewonnen werden können.