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05. März 2018

Profis schauen Profis über die Schulter

1. FC Schweinfurt 05 besucht seine Fans in der Sennfelder Lebenshilfe-Werkstatt


Mitarbeiterin Oksana Töws (Mitte links), Initiatorin des Werkstattbesuchs, findet es toll, bei Heimspielen die Spieler nach einem Sieg beim Auslaufen „abzuklatschen“. Heute freut sie sich zusammen mit Vorgesetzten, Kollegen und Werkstattleiter Günter Scheuring (2. von rechts), der FC-Mannschaft die Werkstatt und ihren Arbeitsplatz zu zeigen.

Mitarbeiterin Oksana Töws (Mitte links), Initiatorin des Werkstattbesuchs, findet es toll, bei Heimspielen die Spieler nach einem Sieg beim Auslaufen „abzuklatschen“. Heute freut sie sich zusammen mit Vorgesetzten, Kollegen und Werkstattleiter Günter Scheuring (2. von rechts), der FC-Mannschaft die Werkstatt und ihren Arbeitsplatz zu zeigen.

Beim Werkstattrundgang zeigt Mitarbeiterin Tina Knoblach, wie sie Fitting-Teile für die Fränkischen Rohrwerke montiert. V. l. n. r., hintere Reihe: FC-Spieler Kevin Ferry, Christopher Kracun, Adam Jabiri, Philip Messingschlager, Marco Fritscher, Marco Janz sowie Jan Gernlein (Co-Trainer) und Norbert Kleider (Torwarttrainer). Vordere Reihe: Mitarbeiterinnen Brigitte Lutz, Tina Knoblach und Mitarbeiterin und Frauenbeauftragte Olga Triol.

Beim Werkstattrundgang zeigt Mitarbeiterin Tina Knoblach, wie sie Fitting-Teile für die Fränkischen Rohrwerke montiert. V. l. n. r., hintere Reihe: FC-Spieler Kevin Ferry, Christopher Kracun, Adam Jabiri, Philip Messingschlager, Marco Fritscher, Marco Janz sowie Jan Gernlein (Co-Trainer) und Norbert Kleider (Torwarttrainer). Vordere Reihe: Mitarbeiterinnen Brigitte Lutz, Tina Knoblach und Mitarbeiterin und Frauenbeauftragte Olga Triol.

„Hier bin ich der Profi“, meint stolz Viktor Eichel aus der Metallverarbeitung (Mitte) und reiht sich gleich sichtlich begeistert und ohne Scheu in die Reihen der berühmten Profi-Spieler des 1. FC 05 ein.

„Hier bin ich der Profi“, meint stolz Viktor Eichel aus der Metallverarbeitung (Mitte) und reiht sich gleich sichtlich begeistert und ohne Scheu in die Reihen der berühmten Profi-Spieler des 1. FC 05 ein.

Völlig unbekanntes Terrain: Die Kicker Florian Pieper, Nicola Jelisic und Steffen Krautschneider in der Schlosserei am Arbeitsplatz von Dominik Vierheilig.

Völlig unbekanntes Terrain: Die Kicker Florian Pieper, Nicola Jelisic und Steffen Krautschneider in der Schlosserei am Arbeitsplatz von Dominik Vierheilig.

Es wird abgeklatscht, Hände werden geschüttelt und man begrüßt sich namentlich: Man kennt sich augenscheinlich. Die Schnüdel-Fans aus der Werkstatt Sennfeld sind begeistert. Hautnah und persönlich den Profispielern mal außerhalb des Willy-Sachs-Stadions zu begegnen, ist schon etwas ganz Besonderes. Zu Gast in der Werkstatt für behinderte Menschen Sennfeld waren am vergangenen Dienstag die Regionalliga Bayern des 1. FC Schweinfurt 05 mit dem zweiten Vorsitzenden, Jens Öser, Co-Trainer Jan Gernlein sowie Torwarttrainer Norbert Kleider und haben dabei die Arbeitsplätze ihrer Fans kennengelernt.

 

Initiiert wurde der Besuch von Oksana Töws, Mitarbeiterin der Werkstatt Sennfeld und treuer FC-Fan. Wann immer es für sie zeitlich möglich ist, besucht sie mit einer Gruppe von Arbeitskollegen die Spiele im Schweinfurter Stadion. Bei einem der letztjährigen Heimspiele hat sie spontan Jens Öser mit seinen Kickern einen Gegenbesuch vorgeschlagen, der dann trotz Zeitknappheit in der Mittagspause zwischen zwei Trainingseinheiten stattfand.

 

"Die treue 'Fanbase' der Lebenshilfe Schweinfurt kommt aus Überzeugung zu uns und wir kommen aus Überzeugung zu ihr", so Öser in seinen Begrüßungsworten. "Der Besuch soll ein Zeichen unserer Wertschätzung sein für ihr Engagement für uns, aber auch für die tolle Arbeit aller Menschen mit Behinderung, die dem Wohle aller dient", betont er. Das Zitat von Richard von Weizsäcker "Nicht behindert zu sein, ist wahrlich kein Verdienst, sondern ein Geschenk, das jedem von uns jederzeit genommen werden kann" ist für Öser dabei eine ernst zu nehmende Botschaft.

 

Nach einem stärkenden Mittagessen im Speisesaal der Werkstatt stellte Werkstattleiter Günter Scheuring die Werkstatt und ihre verschiedenen Bereiche vor, in der knapp 500 Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen ihren Arbeitsplatz haben. Unter anderem montieren, konfektionieren und verpacken sie hier in der Lohnfertigung Bauteile für namhafte industrielle Auftraggeber oder arbeiten in der hauseigenen Schreinerei und Schlosserei. Bei einem anschließenden Werkstattrundgang durch die Produktionshallen hatten die Profispieler des FC dann die Möglichkeit, ihren Fans auch einmal direkt über die Schulter zu blicken. Und sie waren beeindruckt: "Toll, was Ihr leistet", "das könnte ich nicht", "gute Atmosphäre" und "völlig entspannte Leute hier" waren nur einige der Bemerkungen der Besucher.

 

Eine gute Gelegenheit auch für die Werkstatt-Mitarbeiter, mit ihren Idolen ins Gespräch zu kommen oder sich mal hautnah mit den berühmten Kickern aus Schweinfurt ablichten zu lassen und die eine oder andere Autogrammkarte zu ergattern. Viel zu kurz die Zeit, da waren sich beide Seiten einig: Aber der Rasen wartete bereits wieder auf die Schnüdel.