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02. Oktober 2017

"Hier schlummert viel Potenzial"

Landrat Florian Töpper besucht Sennfelder Lebenshilfe-Werkstatt


Die Werkstatt Sennfeld fertigt unter anderem individuelle Möbel nach Kundenvorgaben: Martin Groove (5. v. l.), Geschäfstführer der Lebenshilfe Schweinfurt, Günter Scheuring (3. v. l.), Leiter der Werkstatt Sennfeld, und sein Stellvertreter, Andreas Roth (2. v. l.), zeigen dem Schweinfurter Landrat Florian Töpper (4. v. l.) die Schreinerei der Werkstatt Sennfeld.

Die Werkstatt Sennfeld fertigt unter anderem individuelle Möbel nach Kundenvorgaben: Martin Groove (5. v. l.), Geschäfstführer der Lebenshilfe Schweinfurt, Günter Scheuring (3. v. l.), Leiter der Werkstatt Sennfeld, und sein Stellvertreter, Andreas Roth (2. v. l.), zeigen dem Schweinfurter Landrat Florian Töpper (4. v. l.) die Schreinerei der Werkstatt Sennfeld.

Florian Töpper zeigte sich beeindruckt. Am Donnerstag hat der Schweinfurter Landrat zusammen mit Vertretern seiner Behörde, der Gemeinde Sennfeld, der Handwerkskammer Unterfranken und der Agentur für Arbeit Schweinfurt die Werkstatt für behinderte Menschen Sennfeld besucht. "Hier werden Menschen auf Augenhöhe in Tätigkeiten eingesetzt, die ihren Fähigkeiten entsprechen", fasste Töpper seine Eindrücke nach einem Rundgang durch die Produktionshallen zusammen. In der zur Lebenshilfe Schweinfurt gehörenden Einrichtung arbeiten knapp 500 Menschen mit unterschiedlichen Handicaps. Unter anderem montieren, konfektionieren und verpacken sie hier in der Lohnfertigung Bauteile für namhafte industrielle Auftraggeber. Die hauseigene Schreinerei und Schlosserei zählen darüber hinaus auch Handwerksbetriebe und Privathaushalte zur ihren Kunden. In den beiden Abteilungen entstehen zum Beispiel hochwertige Holzspielzeuge und Wohnaccessoires, Schweiß-, Stanz-, Fräß-, Bohr- und Dreharbeiten. Der jüngste Arbeitsbereich der Werkstatt ist der Zusammenschluss dieser beiden Abteilungen zur so genannten Manufaktur Sennfeld. Auftraggeber erhalten hier unter anderem nach ihren Vorgaben individuell gefertigte Möbel, Treppen, Geländer, Türen, Tore und Vordächer.

 

"Menschen mit Behinderung die Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen: Das ist unser gesetzlicher Auftrag", erläuterte Martin Groove, Geschäftsführer der Lebenshilfe Schweinfurt, die Zielsetzung der nach ISO 9001 zertifizierten Einrichtung. Je nach Person kann diese Teilhabe ganz unterschiedlich aussehen: Vom Arbeitsplatz in der Werkstatt bis hin zur Mitarbeit in Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarkts bietet die Werkstatt Sennfeld ihren Mitarbeitern ein breites Spektrum an Möglichkeiten an, die zu ihren individuellen Fähigkeiten passen. Wie Werkstattleiter Günter Scheuring erklärte, erweitert die Werkstatt dieses Spektrum beständig. "Um aus den Menschen herauszukitzeln, was sie alles können", brachte er es auf den Punkt. So bietet die Werkstatt Sennfeld ihren Mitarbeitern seit Januar eine Qualifizierung zum Produktionsassistenten an. In zwei Jahren lernen die Teilnehmer dabei, eigenverantwortlich erweiterte Aufgaben zu übernehmen. Sie leiten dann zum Beispiel Kollegen innerhalb ihrer Arbeitsgruppe an oder kontrollieren fertiggestellte Produkte vor dem Versand oder Verkauf abschließend. Nach einer werkstattinternen Abschlussprüfung erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat über die Qualifizierung.

 

"Wir merken immer wieder, wie wichtig für unsere Mitarbeiter eine auf dem Papier nachweisbare Qualifikation für den Zugang zum ersten Arbeitsmarkt ist, zum Beispiel wenn sie einen Praktikumsplatz suchen", sagte der stellvertretende Werkstattleiter, Andreas Roth. Im Haus diskutiere man deshalb seit geraumer Zeit die Fachwerker-Ausbildung für Menschen mit Behinderung. Dabei handelt es sich um einen anerkannten Ausbildungsberuf, den Absolventen mit einer Prüfung zum Beispiel bei der Handwerks- oder Industrie- und Handelskammer abschließen. Scheuring und Roth nutzten den Besuch, um mit den anwesenden Vertretern diesbezüglich unverbindlich ins Gespräch zu kommen. Landrat Töpper zeigte sich zuversichtlich: "Hier schlummert viel Potenzial."